29. Die frühe Neuzeit (1450-1650/1800)
Die frühe Neuzeit
Die Medici in Florenz
Die Hauptstadt der Renaissance war Florenz. Der Name, der zentral mit der Renaissance verbunden ist, ist der Name Medici. Sie wirken vor allem als Kunstmäzene und als Bankiers. Ihr Geld machten sie mit Hilfe des Textilhandels. Man kann einige Parallelen zu den Fuggern ziehen. Sie kommen aus dem normalen Bürgertum und werden später geadelt.
Cosimo Medici; wichtiges Familienmitglied Wappen der Medici
2a. Die Fugger in Augsburg
Die Fugger wandern als bescheidene Handwerker im 14. JH vom Lande nach Augsburg ein und arbeiteten sich systematisch an die Spitze der Augsburger Gesellschaft. Ein solcher Aufstieg aus dem jew. Stand gelang nur wenigen.
Im 15. und 16. JH erlangte die noch heute bestehende Linie „Fugger von der Lilie“ durch die Fuggerische Handelsgesellschaft große Macht. Diese wurde von Jakob dem Älteren (1469 gestorben) begründet. Die Fugger wurden geadelt, und Jakob der Reiche (s.u.) in den Grafenstand erhoben.
Jakob der Reiche (1459-1525) : erst für geistliches Amt bestimmt, stieg nach „kaufmännischer Ausbildung“ in Venedig ins Familiengeschäft ein und führte dies zu großem Erfolg.
Jakob der Reiche finanzierte die Wahl Kaiser Karls V. mittels Bestechungsgelder für das Wahlgremium der Fürsten (Erzbischöfe von Köln, Mainz, Trier, die Fürsten von der Pfalz, Brandenburg, Sachsen und Böhmen.)
Jakob stand an der Spitze eines internationalen Handelsimperium und war der reichste Mann seiner Zeit. Mit ihm kamen kapitalistische Methoden zum Zuge: Profitwirtschaft statt Bedarfswirtschaft. Nicht mehr nur Land, sondern Handel und Bankwesen waren – ähnlich wie heute – die Quelle von Reichtum und Macht. Trotz des Aufstiegs in den Adel steht Fugger für das aufstrebende Bürgertum
5a. Erasmus von Rotterdam
Erasmus (Desiderius) von Rotterdam war ein bedeutender Gelehrter des europäischen Humanismus. Er war Theologe, Philosoph, Philologe und Autor zahlreicher Bücher
Er wurde am 27. Oktober 1465 [oder 1469] in Rotterdam geboren
Wurde im April 1492 zum Priester geweiht und verließ im folgenden Jahr im Dienst des Bischofs von Cambrai das Kloster
Von 1495 bis 1499 studierte er Theologie in Paris
Von 1500 bis 1509 hielt er sich abwechselnd in den Niederlanden, in Paris, in England auf und Italien auf, wo er zum Doktor der Theologie promovierte
Von 1524 bis 1529 lebte er in Basel
1529 verließ Erasmus das reformierte Basel und zog nach Freiburg im Breisgau, das katholisch geblieben war
Im Jahre 1535 kehrte er nach Basel zurück und verstarb dort am 12. Juli 1536.
Während sich die Theologen des Mittelalters nur für die Bibel interessierten und ihr Denken und Fühlen am Leben nach dem Tod orientierten, interessierte sich Erasmus für das gesamte Wissen seiner Zeit, d.h. auch für die antiken Schriftsteller. Sein Interesse galt den Menschen (Humanismus) im Diesseits, der nach immer höherer Bildung streben sollte. Religiöse Streitigkeiten oder gar Gewalt im Namen der Religion lehnte er ab und plädierte im Sinne der Moderne für religiöse Toleranz und Streben nach Bildung.
Leonardo da Vinci
Der italienische Bildhauer, Maler, Architekt und Naturwissenschaftler gilt als Universalgenie. Er verbande Kunst, Philosophie und Naturwissenschaften auf eine Weise miteinander, wie nimenad anders zuvor. Er war Schöpfer zahlreicher der bedeutendsten Meisterwerke der Malerei, wie etwa
-"Das letzte Abendmahl", entstanden zwischen 1495 und 1498
-der Felsgrottenmadonna (V2), entstanden zwischen 1493 und 1495
-oder der "Mona Lisa", entstanden zwischen 1503 und 1506.
Dagegen wurde eine große Anzahl von Entwürfen für Gebäude, Maschinen, Kunstgegenstände, Gemälde und Skulpturen nie realisiert, wie diese Flugspirale
Zugleich leitete Leonardo da Vinci mit seinen vielfältigen Forschungen und Erfindungen von der Renaissance zum wissenschaftlich-technischen Fortschritt der Neuzeit über.
Lebenslauf: Leonardo da Vinci wurde am 15. April 1452 in Vinci (daher der Namenszusatz) unweit von Florenz geboren. 1469 siedelte da Vinci nach Florenz über, wo er die florentinische Periode seiner künstlerischen Tätigkeit aufnahm, die bis 1482 dauerte. 1472 war er bereits in der Malergilde eingeschrieben. In dieser Zeit schuf Leonardo seine ersten, bis heute bekannten Gemälde.
Während seiner lombardischen Schaffensperiode von 1482 bis 1499 hielt er sich in Mailand auf, wo er am Hofe Herzogs Ludovico Sforza eine rege Tätigkeit als Maler und Architekt entfaltete. Hier entstanden Leonardos Meisterwerke wie etwa „Der Vitruvianische Mensch“
Eroberung Mexicos (Cortes)
Als der spanische Eroberer Hernán Cortés 1519 mit einer kleinen Armee nach Tenochtitlán kommt, leben in der Stadt weit über 100.000 Menschen. Der Aztekenherrscher Moctezuma II. glaubt, in Cortés den weißhäuptigen bärtigen Gott Quetzalcoatl zu erkennen und heißt die Spanier willkommen. Er lässt Cortés und einige Männer sogar in seinen Palast - wo sie ihn als Geisel nehmen. Es folgt ein jahrelanges zähes Ringen um die Stadt, bei dem der leichtgläubige Moctezuma von seinen eigenen Untergebenen getötet wird. Nach einer 79-tägigen Belagerung kann Cortés Tenochtitlán unterwerfen. Cortes seelbst wird Stadthalter.
. Damit beginnt die 300 Jahre dauernde Herrschaft der Spanier. Den größten Teil der Aztekenstadt zerstören die Eroberer schon bei der Einnahme, den Rest vernichten sie während ihrer
Herrschaft.
Eroberung Perus (Francisco Pizarro)
Die Eroberung beginnt, als die Spanier unter Francisco Pizarro von Panama kommend, die Gebiete des Tahuantinsuyos in Norden bei Tumbes betraten. Sie rückten vor bis zur Stadt Cajamarca, welche am 16. November 1532 eingenommen wurde, nachdem Atahualpa, der letzte berühmte Kaiser des inkaischen Imperiums, gefangen genommen wurde. Anschliessend wurden alle Territorien Perus Stück für Stück erobert und unter spanische Herrschaft gestellt.

