22. Chronologie: Von der Spaltung bis zur Einheit

 

Problemstellung:
Wie und warum kam es zur deutschen Spaltung 1949? Wie war das Verhältnis der beiden deutschen Staaten in der Folgezeit? Wie wurde die Wiedervereinigung 1989 möglich?

Verfahren/Aufgabe
Nimm folgende Chronologie als Grundlage für die Erarbeitung „deiner“ deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte. Übertrage die Zeittafel in deinen Blog und erläutere die gelisteten Begriffe. Unter Verwendung von Informationen (Filme, Texte) aus der Internetseite http://www.60xdeutschland.de/ solltest du das fett Gedruckte genauer erläutern, alle anderen Begriffe grob einordnen.

 



BRD-DDR 1949-1990

 

Ausgangslage: Konferenz von Jalta vom 4. bis 11.2.1945, Konferenz von Potsdam, vier Besatzungszonen, „Kalter Krieg“, Frankfurter Dokumente 1948, Berlinblockade

 

In der Konferenz von Jalta (4. bis  11. Februar 1945) wurde von den  Staatschefs der Alliierten (USA,F,GB,SU) festgelegt, dass Deutschland in 4 Zonen unterteilt werden soll.

 


 

 


 

Besatzungszonen:
Wie auf der Konferenz von Jalta  festgelegt, wurde Deutschland in vier Besatzungszonen geteilt (SU,GB,USA,F). Am 1. Januar 1947 vereinigten sich die Zonen von GB und den USA und bildeten somit die sogenannte Bizone. Im April 1949 trat dann auch noch Frankreich hinzu wodurch sich dann die Trizone bildete. Die SU schottete sich von den Westmächten komplett ab.

 

 



 


 

Kalter Krieg

Das gegenseitige Misstrauen zwischen West-und Ostmächten führt schlussendlich zum Scheitern der 4 Mächte Regierung innerhalb Deutschlands was vorallem an den unterschiedlichen Staatsformen liegt ( Demokratie bei den USA und Kapitalismus bei der SU)

 


Die Potsdamer Konferenz
Die Potsdamer Konferenz tagte vom 17. Juli bis zum 2. August 1945.
Es war ein Treffen der drei Hauptalliierten des Zweiten Weltkriegs, um auf höchster Ebene das weitere Vorgehen in den Besatzungszonen zu beraten.
Die Ziele der Potsdamer Konferenz sind die so genannten ,,4Ds":

     Democratisation      -  Demokratisierung
     Demilitarisation       -  Entmilitarisation
     Denazification          -  Entnazifizierung
     Decartelisation         -  Dekartellisierung



Berlin-Blockade
Durch die Berlin-Blockade versuchte Russland zum einen die Gründung eines großen Weststaates zu verhindern und zum anderen die 3 Mächte USA, Britannien und Frankreich aus Berlin zu vertreiben, weil Berlin in der russischen Besatzungszone lag.
Alle Zufahrtswege nach Westberlin wurden blockiert. Ab dem 24. Juni blieb den Briten und Amerikanern nur noch eine "Luftbrücke" zur Versorgung der westberlinischen Bevölkerung. Für 2,2 Millionen Bewohner flogen sie 2,34 Millionen Tonnen Fracht ein. Nach einem Jahr wurde die Berlin Blockade wieder aufgelöst, genau um 0:01.

 

 





1949: Gründung der Bundesrepublik (BRD 23.Mai 1949), Besatzungsstatut, Hohe Kommission, Gründung der DDR (30. Mai 1949, 7.10.1949), RGW/Comecon


Am 24. Mai 1949 trat das Grundgesetz der BRD in Kraft. Als vorläufige Hauptstadt wurde Bonn ernannt. Bevor das Grundgesetz jedoch in Kraft treten konnte musste es der Hohen Kommission vorgelegt werden welche gegenüber der BRD Befugnisse hatte, wie es im Besatzungsstatut festgelegt war.  Diese hatten jedoch so gut wie nichts gegen das Grundgesetz der BRD einzuwenden und somit war der Weg für die Gründung der BRD frei.
Eine Woche später, am 30. Mai 1949 wurde in der sowjetischen Zone ebenfalls ein Staat gegründet, die DDR.



1952: „Stalinnote“, innerdeutsche Grenze, Sozialismus wird Staatsziel der DDR, Kollektivierung in der DDR

,,Stalinnote"

Die Stallinnote war ein Angebot eines Friedenvertrags der SU an die Westmächt unter der Bedingung dass das vereinte Detuschland nach außen hin neutral und nach innen pluralistisch sei. Er wollte diesen Vertrag vor gesamtdeutschen Wahlen abschließen, da er einen Verlust des sowjetischen Einflusses durch dies vorhersah.

innerdeutsche Grenze
Alle DDR- Bürger, die in dem 5 km breiten Grenzstreifen lebten, wurden zwangs um gesiedelt, da sie als politisch unzuverlässig galten. Diese Verriegelung der deutsch-deutschen Grenze war eine Reaktion auf die Unterzeichung des EVG- und Deutschlandvertrages.

Sozialismus wird Staatsziel der DDR
Die DDR erklärt den Sozialismus nach sowjetischem Vorbild als ihre zukünftige politische Richtung
Kollektivierung in der DDR
Die Kollektivierung bezeichnet den Zusammenschluss landwirtschaftlicher Betriebe zu staatlichen.
→Verstaatlichung


 


1953: Tod Stalins

Am 17. Juni 1953 stirbt Josef Stalin. Viele DDR Bürger hatten dadurch die Hoffnung, dass sich politisch gesehen etwas ändern könnte.

 


1955: Pariser Verträge, Vorbehaltsrechte der Alliierten/Beschränkungen der Souveränität, Wiederbewaffnung/Bundeswehr, NATO/WEU, Warschauer Pakt


Pariser Verträge
Die Pariser Verträge geben Deutschland ihre Souverinität als Staat zurück. Ihnen ist es jetz gestattet eine Armee zu gründen und können der NATO beitreten. Der Allierten wird das Recht gewährt weiter Truppen in Deutschland stationiert zu haben. Der Deutschlandvertrag ersetzt das Besatzungstatut.
Warschauer Pakt
Der Warschauer Pakt war ein Militärbündins des Ostblocks und damit das Penedant zur NATO.

 



1956: Nationale Volksarmee, XX. Parteitag der KPdSU, Aufstand in Ungarn

Nationale Volksarmee

DDR beschließt als Reaktion der Gründung der Bundeswehr die Einführung der Nationale Volksarmee.Sie ersetzt die Kasernierten Volkspolizei.

XX. Parteitag derr KPdSU

Der XX. Parteitag der KPdSU fand am 14. bis 26. Februar in Moskau statt. In diesen Tagen gab der Nachfolger Stalins, Nikita Chruschtschow einige von Stalins Verbrechen, bekannt und verurteilte sie. So wollte er die Partei auf eine Entstalinisierung vorbereiten, damit er eine Reformpolitik wagen könnte. 

Aufstand in Ungarn

In Budapest demonstrieren hunderttausende gegen Unterdrückung und Misswirtschaft. 

Diese Proteste zeigen zuerst auch Wirkung, als noch in derselben Nacht ein Reformer als Regierungschef ernannt wurde. Doch ab dem 4. November greift die Sowjetunion ein, indem sie die Demonstrationen und Proteste blutig niederschlagen. 

 



1957: „Saarland kehrt heim“, Römische Verträge

,,Saarland kehrt heim"

Das Saarland kehrt nach der französischen Besatzung nach dem zweiten Weltkrieg wieder zu dem deutschen Staatswesen zurück.

Römische Verträge

Die Römischen Verträge wurden von den Vertretern Deutschlands, Frankreichs, Italiens und dem der Benlux-Staaten auf dem Kapitol in Romunterschrieben. Diese Verträge sind eigentlich Gründungsurkunden Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom).  

 


 

1958: Berlin-Ultimatum, Kollektivierung (Wirtschaft)

 

Die Sowjetunion fand die Aufteilung Berlins in die vier Zonen absurd und wollte diese ändern.  Sie fordert den Abzug der Westmächte aus Berlin, da diese durch die Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO das Potsdamer Abkommen gebrochen und somit kein Recht mehr auf ihre Zonen haben.

 


1959: Hammer, Zirkel und Ährenkranz in der DDR-Fahne

Diese Fahne schenkte sich die DDR selbst zum zehnjährigen Bestehen. Die Elemente Hammer, Zirkel und Ährenkranz stehen für die Einheit von Arbeiterschaft, Bauerntum und Intelligenz. 

 


 

1960: Staatsrat der DDR

Erster und einziger Präsident der DDR stirbt im September. Er wird nicht durch einen zweiten Präsidenten, sondern durch den Staatsrat ersetzt. Durch den Vorsitzenden dieses Raates wird die politische Richtung noch verstärkt. Ein Wechsel von West- nach Ostdeutschland ist mit der Ausnahme in dem geteilten Berlin nicht mehr möglich. 
 


1961: Fluchtbewegung, Mauerbau, Kennedys „Three essentials“

 

Fluchtbewegung

Als die DDR-Bürger noch Visa erhalten konnten, gelangten sie ohne Komplikationen über Berlin in die Bundesrepublik (die innerdeutsche Grenze war schon längst geschlossen). Doch ab 1958 galten die Visa nicht mehr und es blieb den DDR-Bürgern nur noch die Flucht über Berlin.


Mauerbau

Ab dem 13. August entsteht zwischen West- und Ostberlin eine Mauer aus Stein, Beton und Stacheldraht, der so genannte eiserne Vorhang. Somit war die Teilung Deutschlands vollendet.


Kennedys ,,Three essentials"

Die Sowjetunion will nach dem gescheiterten Berlin-Ultimatum vor drei Jahren einen zweiten Versuch mit einem Friedensvertrag versuchen. Dieser besagt, dass die Ostmächte die volle Souveränität erlangen und auch die Zufahrtswege nach Berlin kontrollieren und Westberlin wär eine ,,Freie Stadt". Doch John F.Kennedy lässt sich nicht auf die Verhandlungen ein und beharrt auf den “Three Essentials”: auf der Präsenz westalliierter Truppen in der Stadt, auf dem freien Zugang für diese Truppen und auf der Lebensfähigkeit West-Berlins.

 



1962: Kuba-Krise

John F. Kennedy  enthüllt, dass die Sowjetunion Atomraketen auf Kuba platziert hat. Dieses diente der Sowjetunion als Druckmittel gegen die Westmächte.  Kennedy fordert den sofortigen Abzug der Waffen. Sonst droht der Sowjetunion eine Invasion Kubas. Diese Auseinandersetzung führt fast zu einem weltweiten Atomkrieg. Nach sechs Tagen Nervenkrieg gibt die Sowjetunion nach und verspricht den Abzug der Waffen. (Dabei zog die USA gleichzeitig ihre, in der Türkei stationierten, Atomraketen zurück.)

 

 


1963: Der „Alte“ (Adenauer) tritt ab, Passierscheinabkommen

Der Alte tritt ab

Konrad Adenauer tritt nach 14 Jahre als Bundeskanzler mit 87 Jahren ab. Durch ihn konnte die Republik wieder aufgebaut werden und die Westbindung gestärkt werden.

Passierscheinabkommen

Westberliner dürfen erstmals seit dem Bau der Mauer zwei Jahre zuvor ihre Verwandten in Ostberlin besuchen. Allerdings nur zwischen dem 19. Dezember und dem 5. Januar. Dieses Abkommen ist dem Westen und dem Berliner Bürgermeister Willy Brandt zu verdanken.

 



1965: „Unkultur aus dem Westen“

Erich Honecker, Verantwortlicher für Sicherheitsfragen im Politbüro, wendete sich "gegen das Alte und Rückständige aus der kapitalistischen Vergangenheit und gegen Einflüsse der kapitalistischen Unkultur und Unmoral".

Auf dem 11. Plenum wurden Filme, Theaterstücke, Bücher und Musikgruppen, wie zum Beispiel die Sputniks verboten, damit die Jugend nicht "verschandelt" wird.



1967: Plattenbau (Wirtschaft)
In der DDR wird mithilfe des Architekten Richard Paulick eine rießige Anzahl Plattenbauten gebaut. Diese Plattenbausiedlung wird zu einer eigenständigen Stadt umfunktioniert und bekommt den Namen Halle-Neustadt.



1968: „Prager Frühling“

Im April stellte in Prag Alexander Dubcek ein Aktionsprogramm vor: Wirtschaftsreform, Demokratisierung, Meinungsfreiheit.

Allerdings marschieren Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei ein und beenden die Reformen des Prager Frühling. Auch Truppen der DDR stehen an der Landesgrenze bereit. Die DDR-Führung hatte sich von Anfang an gegen die tschechoslowakischen Reformen gestellt.

 


1969: Hallstein-Doktrin, Willy Brandt und die SPD/FDP-Koalition

Hallostein- Doktrin

Die DDR wird vom Königreich Kambodscha als eigener Staat anerkannt. Die BRD entscheidet sich gegen die konsequente Umsetzung vom Hallstein-Dokrtin s, welches den Abbruch aller Beziehungen zu Kambodscha bedeutet hätte sonder nur für die Einfrierung der Beziehungen.

Willy Brandt und die SPD/FDP- Koaltition

Willy Brandt wird in einem Kopf and Kopf Rennen Bundeskanzler dank einer Koalition mit der FDP.

 


1970: Willy in Erfurt, Brandt, Moskauer Vertrag, Warschauer Vertrag, Ostverträge

 

Willy Brandt in Erfurt:

Am 19. März kam Willy Brandt nach Erfurt und wurde groß empfangen. Es gab ein erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen, in dem über die Anerkennung der DDR gesprochen wurde. Ergebnislos.

 


Moskauer Vertrag

Der Moskauer Vertrag ist der erste der Ostverträge, der in die Geschichte eingeht. Die Bundesregierung erklärt die europäischen Grenzen für unverletzlich und erkennt somit die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges faktisch an und der Frieder zwischen West und Ost soll gesichert werden. Der erste große Erfolg für die Ostpolitik.

 


Warschauer Vertrag

Im Dezember reiste Willy Brandt nach Warschau. Der Vertrag besagt, dass beide Seiten auf Gebietsansprüche und Gewaltanwendung verzichten, die Normalisierung der Beziehungen wird vereinbart.

Vielmehr aber ist der "Kniefall von Warschau" ein historisches Ereignis. Vor dem Denkmal für die Toten des Warschauer Ghettos verharrte Brandt nach der Kranzniederlegung für einige Sekunden auf den Knien. Später sagt er, er habe "im Namen unseres Volkes Abbitte leisten wollen für ein millionenfaches Verbrechen, das im missbrauchten deutschen Namen verübt wurde".


 


1971: Rücktritt Ulbrichts, Transitabkommen

Rücktritt Ulbrichts

Walter Ulbricht, Staats- und Parteichef der DDR, erklärt seinen Rückzug. Dieser war durch ein Intriege Honeckers ausgelöst worden.

Transtiabkommen

Das Transitabkommentritt in Kraft und ermöglicht einen freien und schnellen PKW- Verkehr von Westdeutschland nach Westberlin. Es ist das erste offziele Abkommen zwischen BRD und DDR.

 


1972: Grundlagenvertrag

 

Staatssekretär Michael Kohl und der Minister Egon Bahr unterzeichneten in Ost-Berlin den Grundlagenvertrag. Dies ist ein Kompromiss zwischen dem ostdeutschen Bemühen um Anerkennung der DDR als Staat und dem westdeutschen Wunsch, das Ziel der nationalen Einheit nicht aufzugeben. Doch statt Botschaften werden nur "Ständige Vertretungen" eingerichtet.

Der Vertrag öffnet beiden Staaten in der internationalen Politik mehr Handlungsspielraum, wie ihre Aufnahme in die Vereinten Nationen beweist. Auf deutsch-deutscher Ebene gibt es zahlreiche praktische Verbesserungen der bisherigen Beziehungen (z.B. eine engere Zusammenarbeit im Bereich von Reiseverkehr, Kultur und Tenchnik, aber auch Erleichterungen bei Familienzusammenführungen).

 

 


1974: „Ständige Vertretung“, DDR als „sozialistische Nation“
 
1976: „Pfarrer Brüsewitz“; verbrennt sich als Protest gegen die Unterdrückung der Kirche
 
1982: Wirtschaftskrise in der DDR; eigentlich Permanent ab der 70er Jahre


1987: Abrüstung im Warschauer Pakt, Ende des Kalten Krieges (=Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung 1989/90), Russland will sich nicht in Deutschland einmischen, hat kein Interesse, die DDR-Grenzen aggressiv zu verteidigen; Honecker im Westen
 
1989: Kommunalwahl in der DDR
Mit den Wahlfälschungen der SED bereits im Mai 1989 beginnt die revolutionäre Volksbewegung der DDR, diese nimmt verschiedene Formen an
 
Protestbewegung
Ist zunächst eine Fluchtbewegung über die westdeutschen Botschaften z.B. in Prag, gleichzeitig September 89 wird die Ungarische Grenze geöffnet --> Fluchtbewegung über Ungarn; die Mauer hat keinen Sinn
9. Oktober 1989: DDR-Behörden entscheiden, die Protestbewegungen nicht mit Gewalt niederzuschlagen
Montagsdemonstrationen in Leipzig: Immer mehr Menschen demonstrieren für Meinungsfreiheit und Wahlfreiheit. Der anfängliche Slogan "wir sind das Volk" wird mit der Zeit zu "wir sind ein Volk"
 
„friedliche Revolution“ Mauerfall


 
 

 

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